Waffen

Des Musketier´s Haupt-Kampf-Ausrüstung waren seine Muskete, seine Kugeln, sein explosives Schwarzpulver und seine glühende Lunte, sowie für den Nahkampf sein Rapier.

Zum Schießen füllte man das Musketenrohr vom Ausgang her mit Schwarzpulver, fügte anschließend die Kugel hinzu, gab zur Verdämmung evtl. Papier, Filz, Stoff … oder Gras bei, verdichtete das Ganze mit einem Ladestock und zündete diese Ladung durch ein kleines Loch (Zündloch) am Ende des Rohres mit Hilfe einer glühenden Lunte.

Schwarzpulver
Abgesehen von den Chinesen, die dieses hochexplosive Pulver seit dem 12. Jahrhundert kennen, entdeckte der Mönch Berthold Schwarz durch Zufall dessen Wirkung im 14. Jahrhundert. Nach ihm und nicht wegen der Farbe, wurde angeblich das Gemisch „Schwarzpulver“ genannt. Das Schwarzpulver besteht aus der Mischung 75% Salpeter (Kaliumnitrat), 15% Holzkohle und aus 10% Schwefel welches in der Vergangenheit in den so genannten Pulvermühlen durch mahlen der einzelnen Komponenten hergestellt wurde. Für die Soldaten des 30 Jährigen Krieges war dieses Pulver sehr wichtig, da es ihnen ermöglichte Geschosse aller Art auf ihre Feinde niedergehen zu lassen. Die Musketiere verwendeten zweierlei Schwarzpulver. Ein gröberes und somit billigeres Pulver als Treibladung für das Musketenrohr, und ein sehr fein gemahlenes Pulver um durch das „Zündloch“ der Muskete die Treibladung von außen zünden zu können. Dieses sehr fein gemahlene Pulver nannte man Zündkraut.

Lunte
Um das Schwarzpulver mehr oder weniger gefahrlos zu zünden Luntebehalfen sich die Musketiere und Kanoniere einer Lunte, also einer Kleinenfinger-dicken geflochtenen oder gedrehten Flachs- oder Hanfschnur, welche speziell behandelt wurde. Man legte die Schnüre nämlich in einer Lauge aus Holzasche, ungelöschtem Kalk, Urin und Rinderdung (Salpeter) ein, lies es anschließend trocknen und wenn sie gut gelungen war ergaben sich nach entzünden ein gleichmäßig glimmender Glutkegel. Während des Gefechtes hatte ein Musketier eine etwa 1m lange Lunte in der Hand, welche er an beiden Enden anzündete. Das eine Ende hielt er dabei zwischen Kleinem- und Ringfinger und das andere Ende zwischen Mittel- und Zeigefinger.

Muskete / Stützgabel / Ladestock
Die Muskete ist das erste feldmäßig brauchbare Gewehr derMuskete Fußsoldaten, das seinen Namen entweder aus dem Französisch/Italienischem hat (Mosquet/Sperber – weil der Abzugshahn wie jener Vogel aussieht) oder aus dem Spanischen (die Erfinder der Muskete erinnerten die Schüsse an Mücken/Mosquitos).

Die Musketen des 30 jährigen Krieg waren anfangs recht lang (ca. 150cm) und schwer (bis 7,5kg) und mussten deshalb zum Schießen auf eine Stützgabel, dem ca. 145cm hohen Forquett, gelegt werden. Später wurden die Musketen aber dank Schweden kürzer und leichter und konnten so geschossen werden, wie wir es von Gewehren her kennen, eben ohne Stützgabel.

Die Muskete besteht aus einem „Holzgerüst“ an der man sowohl ein gerolltes und feuerverschweißtes Eisenrohr, als auch einen hölzernen oder eisernen Ladestock befestigt. Das Rohr hat am unteren Ende ein kleines Zündloch, welches das Rohr mit einem kleinen – angeschweißten Eisenteil mit eingearbeiteter Vertiefung verbindet. Dieses Eisenteil wird Zündpfanne genannt, weil darauf das Feingemahlene Schwarzpulver entzündet wird, dessen Funken schließlich die Treibladung im Rohr entfacht und somit die Kugel in Bewegung setzt.

Um das Zündkraut mit einer glühenden Lunte zu zünden, wird ein etwas komplizierter Hebelmechanismus in die Muskete eingebaut, der folgendermaßen funktioniert: Mit dem Zeigefinger betätigt man einen Hebel wie bei einem Gewehr – daraufhin senkt sich ein etwas über der Muskete aufragender Hahn mit der eingeklemmten glühenden Lunte direkt auf die Zündpfanne und schon macht es – Peng. Diesen Mechanismus nennt man Luntenschloss weshalb die Muskete, die die Memminger Musketiere benutzen, auch Luntenschlossmuskete heißt. Bei starkem Regen übrigens, war diese Muskete nicht zu gebrauchen.

Kugeln
Als Kugeln dienten den Musketieren entweder bearbeitete runde KugelnSteine oder aus Blei Gegossene. Zum teil gossen die Musketiere ihre Bleikugeln selber und verwendeten dazu eine Kugelzange um die richtige Größe zu erzielen. Das Blei stammte übrigens nicht selten von erbeuteten Kirchenglocken.

Bandalier / Apostel / Kugelbeutel
Wenn man eine Muskete mit zuviel Schwarzpulver lädt, kann es Bandalierpassieren dass das Rohr explodiert. Aus diesem Grund hatten die Musketiere kleine Holzfläschchen, die genau die richtige Menge an Schwarzpulver enthielten die man zum Verschießen einer Kugel benötigte. Diese Holzfläschchen oder auch Pulvermaße hatten natürlich einen Deckel und die Musketiere befestigten sie an ein 3 bis 4 Finger dicken Lederriemen, den sie um die Schulter trugen – dem so genannten Bandalier. An einem solchen Bandalier hängten 10 – 14 solcher Pulvermaße. Im Durchschnitt also 12 Pulvermaße, weshalb man sie (aber erst nach dem Krieg) an Anlehnung der 12 Apostel, ebenso nannte. Außerdem war an einem Bandalier ein Beutel befestigt der neben den Kugeln auch praktische Dinge enthielt wie eine Zündloch-Räumnadel oder ein Fläschchen mit Öl. Ersatzlunten wurden ebenfalls an diesem Lederriemen angebracht.

Pulverflasche
Das erste Gefäß, in dem man Schwarzpulver mit sich führte, war das PulverflaschePulverhorn. Dieses bestand aus einem verschlossenem Kuhhorn das am spitzen Ende ein Metallröhrchen hatte aus dem man das Pulver herausschütten konnte. Ein eingebauter Riegel mit Loch sorgte dafür dass man das Horn auch wieder verschließen bzw. das Pulver dosieren konnte.Zur Zeit des 30 Jährigen Krieges waren diese Hörner aber nicht mehr in Mode, sondern wurden durch Pulverflaschen ersetzt die meistens aus Holz, aber auch aus Blech oder Leder bestanden.Der Musketier trug oft zwei Pulverflaschen bei sich. Eine Kleinere für das Zündkraut und eine Große für die Treibladung. Mit der großen Pulverflasche füllte er auch seine Pulvermaße am Bandalier auf.

Pulverpfanne
Zur Aufschüttung des “Zündkrauts”, Zündung mittels der Lunte. PulverpfanneDurch eine Bohrung in das Rohr wird das Treibladungspulver (bis zu 18 g) gezündet und so das Geschoß (aus Stein oder Blei) aus dem Lauf geschossen.

Rapier
Das Rapier war das „Schwert“ des Musketiers, also ein gerader RapierStoßdegen mit zweischneidiger Klinge und mit am Griff befestigtem, kunstvoll ausgearbeitetem Eisenkorb zum Schutz der Hände.

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